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Stand: 14.05.2025 Autor: Alexander Kohl

Inhaltsverzeichnis

Krankentagegeldversicherung: Worauf du bei der Tarifwahl achten solltest

Viele von uns sind sich der finanziellen Lücke im Krankheitsfall nicht bewusst. Auch wenn du gesetzlich krankenversichert bist, kann ein längerer Ausfall durch Krankheit zu einem deutlichen Einkommensverlust führen. Je nach Einkommen kann dieser Verlust einige Hundert Euro oder sogar mehr ausmachen.

Wann ist eine Krankentagegeldversicherung sinnvoll und was muss sie können?

Dieser Artikel beleuchtet, wann eine Krankentagegeldversicherung für dich sinnvoll ist, welche Leistungen sie idealerweise abdecken sollte und wie du einen guten von einem problematischen Vertrag unterscheiden kannst. Dabei geht es nicht um spezifische Anbieter oder Tarife, da die sich ständig ändern. Vielmehr liegt der Fokus darauf, die oft nicht offensichtlichen Unterschiede in den Versicherungsbedingungen zu erkennen.

Höhe Deines Krankentagegeldes

Einen Rechner für die Berechnung der Höhe Deines Krankentagegeldes stell Dir die AOK zur Verfügung. Hier kannst Du erfahren, wie hoch Dein Krankentagegeld ist:
aok.de/pk/leistungen/arbeitsunfaehigkeit/krankengeld/

Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung

Um die Notwendigkeit einer Krankentagegeldversicherung zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, was die gesetzliche Krankenversicherung leistet. In den ersten 6 Wochen deiner Krankheit bekommst du in der Regel weiterhin dein Gehalt von deinem Arbeitgeber. Ab der 7. Woche springt die gesetzliche Krankenkasse ein.

Es gilt jedoch zu beachten:

  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur ca. 70 % deines Bruttogehalts.
  • Die Zahlung ist auf maximal 90 % deines Netto-Gehalts begrenzt.
  • Das Ganze ist auch noch oben gedeckelt.
  • Von der Zahlung werden Sozialversicherungsbeiträge abgezogen.

Das führt dazu, dass du selbst bei einem guten Einkommen nicht mehr als ca. 110 Euro pro Tag bekommst. Durch die Sozialversicherungsbeiträge reduziert sich dein Krankengeld ab der siebten Woche um etwa 20 % und ist zudem nach oben hin gedeckelt.

Hinweis: Um deinen individuellen Krankengeldanspruch zu berechnen, nutze gerne den Krankengeldrechner der AOK.
Wichtige Kriterien bei der Wahl einer Krankentagegeldversicherung

Umfassende Infos sind entscheidend, um die Bedingungen einer Krankentagegeldversicherung richtig einzuordnen. Daher werden im Folgenden wichtige Aspekte erläutert, die du bei der Auswahl einer solchen Versicherung beachten solltest.

Leistungsbeginn

Der Standard-Leistungsbeginn einer Krankentagegeldversicherung ist der 43. Krankheitstag. Das orientiert sich daran, dass du in der Regel bis zur 6. Woche eine Lohnfortzahlung von deinem Arbeitgeber bekommst.

Für Angestellte kann diese Regelung passend sein. Es gibt jedoch auch andere Optionen:

Späterer Leistungsbeginn: Insbesondere bei einer sehr hohen Krankentagegeldabsicherung kann ein späterer Leistungsbeginn (z. B. ab dem 60. oder 90. Tag) sinnvoll sein, um den Beitrag zu reduzieren.
Früherer Leistungsbeginn: Selbstständige brauchen in der Regel einen früheren Leistungsbeginn (z. B. ab dem 15. Tag), da sie keine Lohnfortzahlung bekommen.

Wartezeiten

Auch bei der Krankentagegeldversicherung gibt es Wartezeiten.

Die allgemeine Wartezeit beträgt in der Regel drei Monate.
Die besondere Wartezeit beträgt acht Monate. Sie gilt beispielsweise für Leistungen im Zusammenhang mit Entbindung und Psychotherapie.
Es ist wichtig zu beachten, dass einige Versicherer auf die allgemeine oder die besondere Wartezeit verzichten. Die Regelungen zu den Wartezeiten können sich von Tarif zu Tarif stark unterscheiden. Die genauen Wartezeiten werden in der Regel beim Abschluss der Versicherung erläutert.

Kündigungsrecht des Versicherers

Ein qualitativ hochwertiger Tarif verzichtet auf das ordentliche Kündigungsrecht gemäß § 14 MB/KT (Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung).

Das ordentliche Kündigungsrecht gemäß den Musterbedingungen ermöglicht es dem Versicherer, den Vertrag innerhalb der ersten drei Versicherungsjahre zu kündigen. Das kann problematisch sein, wenn du eine Erkrankung hast, bei der ein Wiederauftreten möglich ist, oder wenn du häufiger krank warst. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass die Versicherung den Vertrag kündigt. Ein Verzicht auf dieses Kündigungsrecht ist daher ein wichtiges Qualitätsmerkmal eines Tarifs.

Beitragsstabilität

Die Wahl einer Krankentagegeldversicherung ist langfristig, daher ist die Beitragsstabilität ein wichtiges Kriterium. Im Gegensatz zu Kfz- oder Privathaftpflichtversicherungen ist ein schneller Wechsel des Versicherers nicht ohne Weiteres möglich. Ein Wechsel erfordert eine erneute Gesundheitsprüfung, und die Beiträge steigen in der Regel mit zunehmendem Alter. Daher solltest du bei der Auswahl der Krankentagegeldversicherung die Finanzstärke und Qualität des Versicherers berücksichtigen.

Auslandsschutz

Für Personen, die beruflich oder privat viel reisen, ist der Auslandsschutz ein wichtiger Aspekt.

Gute Tarife bieten in der Regel einen Auslandsschutz von 3 bis 6 Monaten.
Einige Tarife kürzen die Leistung jedoch bereits nach einem Monat oder verweigern sie komplett außerhalb Europas.
Auch Regelungen wie „vorübergehender Aufenthalt“ im Ausland sind problematisch, da der Begriff „vorübergehend“ Auslegungsspielraum lässt.
Daher ist es ratsam, die Regelungen zum Auslandsschutz genau zu prüfen, um im Ernstfall keine bösen Überraschungen zu erleben.

Weitere sinnvolle Leistungen (optional)

Einige Tarife bieten zusätzliche Leistungen, die sinnvoll sein können:

  • Zahlung auch bei Teilarbeitsunfähigkeit
  • Leistung bei stationärer Reha oder Kur (nach Zusage)
  • Absicherung auch bei Arbeitslosigkeit


Diese Extras sind zwar kein Muss, aber sie sind häufig in qualitativ hochwertigen Tarifen enthalten.

Erhöhung Versicherungsschutz

Branchenweit nicht gut geregelt sind die Erhöhungen des Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung bei Einkommenssteigerung. In der Regel musst Du schon spätestens nach zwei Monaten nach Gehaltserhöhung das dem Krankentagegeld-Versicherer mitteilen, um den Versicherungsschutz zu erhöhen. Also achte darauf, wenn Du eine Gehaltserhöhung hast, melde dies auch Deiner privaten Krankenversicherung.

Fazit

Bei der Wahl einer Krankentagegeldversicherung solltest du nicht nur den Beitrag berücksichtigen. Vielmehr ist es entscheidend, die Versicherungsbedingungen im Detail zu prüfen, um den passenden Schutz zu finden und dich vor bösen Überraschungen zu schützen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung.
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